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Wachstücher statt Plastikfolie

Die Verführung ist groß. Man reißt ein Stück von der Rolle der Frischhaltefolie ab und legt sie über das zu schützende Lebensmittel. So einfach ist das. Aber leider auch wenig nachhaltig, denn die Folie wird nach Gebrauch sofort weggeworfen. Und sie besteht aus Plastik, einem Material, das die Umwelt über alle Maßen beeinträchtigt. Plastik sollte man also vermeiden, wann immer es geht. Und gerade beim Verpacken von Lebensmitteln in der heimischen Küche, geht das sehr, sehr leicht. Man nimmt als Ersatz einfach Bienenwachstücher. Die Tücher könnt ihr selbst machen, oder auch hier erwerben. (Sollte der Link nicht gehen, dann seid ihr wohl zu spät dran - probiert es dann am besten in einigen Tagen noch einmal. Vielleicht gibt es neue)

Ihr könnt aber auch kinderleicht solche Tücher selbst herstellen. Alles was ihr dafür benötigt, sind Baumwollreste, Bienenwachs und ein hochwertiges Pflanzenöl.

Ich habe es für euch versucht und war mit den ersten Ergebnissen so überhaupt nicht zufrieden. Erst habe ich überhaupt kein Öl verwendet, sondern die Baumwolltücher nur mit Wachs eingelassen. Die Tücher waren steif und unhandlich. Sie ließen sich auch kaum auf kalten Gefäßen aufbringen.

Dann habe ich mit einer Mischung aus Öl und Wachs experimentiert. Und zwar so lange, bis ich zufrieden war. Auch die Auftragetechnik h abe ich verfeindert. Oft wird in Anleitungen im Internet angegeben, dass man das Wachs rapseln und auf die Tücher draufstreuen soll. Das war  mir zu ungleichmäßig, auch wenn man hinterher nochmal drüber bügelt. Inzwischen bin ich mit meinen Experimenten durch und verkaufe die Tücher, wenn ich gerade welche fertig habe, auch in meinem Shop.

Jetzt sag ich euch mal, wie ich es mache.

 

Ihr braucht:

Baumwollreste

80g Bienenwachs

20g Kokosöl

 

Ich habe Kokosöl gewählt, weil es in kaltem Zustand ja auch fest wird. Wie es sich auf lange Zeit verhält, kann ich nicht sagen. Ihr vielleicht? Lasst es mich gerne wissen! Meine Experimente sind bei dieser Mischung für meinen persönlichen Geschmack am besten gelungen. Ob es sich bei der Verwendung mit anderen Ölen anders verhält, kann ich nicht sagen. Auch hier bin ich offen für eure Anregungen und Erfahrungen!

 

Ich rasple das Wachs nicht, sondern schmelze es direkt mal im Wasserbad. Bitte immer NUR im Wasserbad schmelzen, niemals in einem Topf direkt auf eine heiße Herdplatte stellen! Wachs brennt sehr schnell und bitte, falls es doch einmal passiert: NIEMALS Wasser draufkippen zum Löschen. Sonst kommt es zur Explosion. Immer Platte ausschalten und einen Deckel oder ein anderes Gefäß darüber stülpen. Aber das nur am Rande. Ich habe einschlägige Erfahrungen aus meiner Jugendzeit mit brennendem Wachs!

 

Okay, ihr schmelzt also das Wachs in einem Wasserbad, oder so wie ich in einem Simmertopf. Bitte beachtet, dass das Geschirr, welches ihr verwendet, danach nicht mehr gut zu reinigen ist. Nutzt also Geschirr, dass ihr nur für Wachs verwendet, oder eben eine alte Konservendose.

Während das Wachs schmilzt, legt ihr Backpapier auf ein Backblech und breitet darüber eure Baumwolltücher. Wieviele es für die Menge Wachs und Öl sein dürfen, müsst ihr selbst ausprobieren. Ich habe bei meinem letzten Versuch sechs Tücher in verschiedenen Größen aufeinander gelegt. Heizt den Backofen auf etwa 70 Grad und schiebt das Blech mit den Tüchern kurz rein. Nicht länger als ein paar Minuten! Die Tücher sollen schön warm sein, wenn das Wachs drauf kommt.

 

Wenn das Wachs geschmolzen ist, rührt das Öl hinein. Und dann kippt ihr vorsichtig das flüssige Öl-Wachs-Gemisch auf den warmen Tücherstapel. Wenn ihr wollt, könnt ihr es ein wenig mit einem Pinsel verteilen. Weil die Tücher warm sind, geht das eigentlich ganz gut. Super gleichmäßig muss es jetzt aber noch nicht werden. Denn die so getränkten Tücher kommen noch einmal für etwa 8 bis 10 Minuten in den warmen Backofen. Behaltet das Ganze gut im Auge.

Sobald ihr das  Blech aus dem Backofen holt, müsst ihr die Tücher sofort trennen. Sie sind jetzt heiß und geschmeidig und würden beim Abkühlen einfach zusammenkleben. Ich habe für die Tücher einen alten Strick auf der Terrasse aufgespannt, wo ich sie hinhängen konnte. Ihr müsst da selbst kreativ sein, denn klar ist: Wo ihr die Tücher hinhängt, da wird es klebrig von Wachs und Öl.

Die Tücher sind dann auch ratzfatz ausgekühlt und dann könnt ihr sie verwenden. Mit warmen Händen schön fest an den Schüsselrand drücken. Oder auch Lebensmittel direkt darin einwickeln. Nach Gebrauch wischt ihr sie mit einem feuchten Tuch leicht ab. Wenn nach längerem Gebrauch kleine Stellen des Tuches an Wachs verlieren, bröselt einfach kleine Mengen Wachs drauf und bügelt sie ein. Dabei das Tuch zwischen Backpapier legen.

 

Super Sache, nicht wahr? Wenn ihr es gleich versuchen wollt:  Reines Bienenwachs von meinen eigenen Bienen gibt es hier. Viel Spaß beim Umweltschutz. Ihr werdet staunen, wie viel Plastik ihr mit diesen Tüchern sparen könnt. Seid kreativ!

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Kommentare: 7
  • #1

    Pippilottasowieso (Montag, 01 Juli 2019 10:13)

    ACH ÖL??? Jetzt weiß ich warum das bei mir immer so steif geworden ist. DANKE! KNUTSCHKNUTSCH

  • #2

    De Nachbarin (Montag, 01 Juli 2019 16:24)

    Schön sind die Mengenangaben, meißt liest man nur "Wachs und paar Tropfen Öl". Gut das du für uns die richtige Menge raus gefunden hast. Werd morgen Wachs holen!

  • #3

    Pipapo (Freitag, 05 Juli 2019 09:24)

    Super, danke! Hab mal davon gehört. Gute Sache. Hab schon Wachs bei dir bestellt und dann leg ich los.

  • #4

    Grassolo (Freitag, 05 Juli 2019 19:42)

    Cool! Leider sind die Tücher im Shop schon ausverkauft. Machst du neue? Hätte gern einige.

  • #5

    Herrlich!^ (Sonntag, 07 Juli 2019 13:29)

    Danke für die Anleitung. Wachs ist bestellt. Wie lange braucht die Lieferung?

  • #6

    Elfriede H. (Sonntag, 21 Juli 2019 12:28)

    Vielen Dank liebe Conny für die schnelle Lieferung des Bienenwachses für unsere Schulklasse. Die Kinder haben sich sehr über die schönen Formen des Wachses gefreut und wir haben nun erfolgreich mit deinem Rezept schöne, sinnvolle Wachstücher gemacht. Die Mütter haben nachgefragt wo wir das Wachs herhaben und so haben wir natürlich auf deinen Shop verwiesen. Wie ich von den Müttern erfahren habe, sind viele Bestellungen schon raus. So wirst du deine 18 Kilo Wachs sicher gut verkaufen können. Sofern es nicht bereits geschehen ist. Die Freude ist groß auf allen Seiten. Wir freuen uns nun auch schon sehr auf deine Vortragsreihe nach den Ferien. Bis dahin wünschen wir alle dir schöne Ferien, einen tollen Sommer und immer volle Honigtöpfe.
    Elfriede und die Klasse 5 a

  • #7

    M.T. (Samstag, 27 Juli 2019 18:58)

    Ich hab dein Rezept probiert und sie sind klasse geworden. Sind täglich im Einsatz. SUPI! Danke! Dein Wachs ist übrigens herrlich. viel feiner wie von dem Imker, wo ich es vorher gekauft hab. Da waren noch so viel Schwebestoffe dring, das mochte ich garnicht. Schön dich zu kennen. *Lächelsmiley