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Upcycling - Reparatur - Perlenkunst

Wir reparieren oder geben Dingen einen neuen Sinn! Dadurch werden Ressourcen gespart und die Natur geschont. Fast immer geht es dabei um Kleidung. Wir re-aktivieren aber auch andere kleine Gegenstände.
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Postwachstumökonomie statt zerstörerischem Wirtschaftswachstum
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Fast alle Dinge, die du im Shop findest, sollten weggeworfen werden. Stattdessen wurden sie repariert und somit wieder nutzbar gemacht. Oder sie haben einen neuen Zweck und Lebensinhalt bekommen und werden somit auch weiterhin genutzt.

Alles Artikel aus Perlen können aber neue Perlen beinhalten oder komplett aus nicht gebrauchten Perlen hergestellt sein. Meine große Leidenschaft, das Perlenfädeln, lässt sich nicht mit ausschließlich gebrauchten Perlen realisieren. Dazu kaufe ich fast ausschließlich Glasperlen namhafter Firmen wie Miyuki oder Toho.
 
Aber ich nehme gerne auch euren nicht mehr getragenen Schmuck, um ihn zu etwas Neuem zu verarbeiten.

Blog-News

Patenschaften für Blühwiesen und Bienenvölker

Das Bemühen um den Artenschutz treibt derzeit seltsame Blüten. Natürlich ist es wichtig, dass JEDER von uns etwas für den Artenschutz tut. Die Möglicheiten sind ja zahlreich. Das fängt bei der Bepflanzung des Gartens und des Balkons an. Es endet da, wor wir als Verbraucher unsere Macht ausüben. Deshalb: kauft Bio, kauft regional oder pflanzt so viel wie möglich selbst an.
Der Schutz der Natur und der Arten führt leider auch dazu, dass findige Menschen damit so viel Geld wie möglich machen wollen. Auch hier haben wir alle als Verbraucher eine gewisse Macht, die wir nutzen sollten. Worum geht es genau?

Landwirte verpachten Blütenwiesen - teilweise zu Preisen von einem Euro pro Quadratmeter. Dazu schrieb mir gestern ein Landwirt auf Anfrage: "Klar krieg ich für die Fläche auch Geld von Staat und das Saatgut kost mich auch nichts. Aber wenn ich für jeden qm noch ein Euro krieg ist doch super!"

Das heißt im Klartext: Jemand kassiert für eine Blumenwiese, die sowieso eine Blumenwiese wäre - was zudem staatlich gefördert wird, zusätzlich einen Euro pro Quadratmeter Fläche - also 10000 Euro für einen relativ geringen Arbeitsaufwand. Und das, weil Leute ihr Gewissen beruhigen wollen. Daran ist zunächst nichts Verwerfliches, denn es ist ja nicht verboten, Geld zu verdienen. Es ist sogar legitim: der Landwirt nutzt die Gunst der Stunde, um mit dem Thema Artenvielfalt Geld zu verdienen. Soweit so gut. Weniger gut ist, dass man überhaupt nicht wissen kann, ob die teuer gepachtete Fläche überhaupt bepflanzt wird. Der Landwirt kann mir jede Blühfläche zeigen, wenn ich ich sie sehen will. Er kann ohne mein Wissen 5 Hektar Grund für Blühwiesen verpachten, aber nur einen Hektar bepflanzen. Viele unlautere Möglichkeiten stehen offen. Die muss der Verpächter natürlich nicht nutzen. Aber wissen wir, ob er es tut? Wir wissen am Ende nicht, ob die Aktion dem Artenschutz irgendwie dienlich ist, oder ob wir dem Landwirt oder der Landwirtin einfach nur unser Geld geben, um unser Gewissen zu beruhigen. Es ist schwer feststellbar, zumal dann, wenn der Landwirt zu weit weg wohnt, um ihn spontan zubesuchen. Und selbst wenn wir ihn besuchen, wissen wir nicht, ob er wirklich so viel Fläche bepflanzt hat, wie er verpachtet hat.

Bei vielen dieser Wiesenpatenschaften ergibt sich ein weiteres Problem: Welcher Laie weiß, wie sinnvoll die ausgebrachte Saatenmischung ist? Ich bin kein Profi. Natürlich habe ich einiges an Wissen, aber ich habe definitiv kein AUSREICHENDES Wissen. Was ich aber jetzt schon konkret weiß ist: Einige der Patenschaften-Anbieter zeigen in ihrem Angeboten Blütenmischungen an, die definitiv NICHTS zur Rettung der Arten beitragen können. Da sind ganz viele kultivierte, für Insekten völlig leere Pflanzen dabei, teilweise gefüllt und unter Umständen auch nicht ausreichend lange blühend. Wer also sein Geld für eine Wiesenpatenschaft ausgibt, sollte sehr dringend darauf achten, dass wirklich sinnvolle Pflanzen angebaut werden.

Ich will mit diesen Zeilen keinesfalls sagen, dass jede Person, die Blühwiesen verpachtet, ein Betrüger ist und arglosen Bürgern das Geld ohne sinnvolle Gegenleistung aus der Tasche zieht. Was ich sagen will ist, dass da so arglos einfach Geld ausgegeben wird. Das ist, als würde ich in einen Laden gehen, um Äpfel zu kaufen. WER BITTE würde es sich gefallen lassen, wenn die Verkäuferin dann im Nebenzimmer verschwindet und mit einer gefüllten Papiertüte zurück käme? Würden wir dann mit dieser Tüte heim gehen, um sie auszuleeren und festzustellen, dass Holzkugeln drin sind? Oder würden wir gleich bei der Übergabe erstmal in die Tüte schauen, ob da überhaupt Äpfel drin sind, ob sie gut aussehen oder ob man uns betrogen hat? Na eben!
 
Noch schlimmer aus meiner Sicht verhält es sich mit Bienenpatenschaften. Ein mir seit langem Bekannter Imker hat für seine 16 Völker Patenschaften angeboten. Das ist ganz einfach: Ihr gebt ihm 50 Euro und dann bekommt ihr ein Zertifikat, wo draufsteht, dass ihr Bienenpate seid. Ihr bekommt auch noch drei Gläser Honig! Ein Glas Honig also sozusagen für je ca. 16 Euro. Wenn euch der Honig zugesendet werden muss, dann müsst ihr für den Versand nochmal zehn Euro zusätzlich bezahlen. Zu meinem Erstaunen tun das viele Leute tatsächlich: Sie kaufen für ein Jahr eine Bienenpatenschaft Das freut diesen Imker sehr, denn er hat auf diese Weise für das Ausdrucken eines Zettels (Zertifikat) 32 Euro verdient (50 Euro minus 18 Euro die er für die drei Gläser Honig im Verkauf gekriegt hätte).

Das ist alles schön und gut, denn jeder kann ja fremden Menschen Geld für die unsinnigsten Aktionen, Waren oder Dienstleistungen geben. Allerdings gibt es für all die geneigten Bienenretter ein deutlich ersichtliches Problem: Es gibt dadurch nicht eine einzige Biene mehr oder weniger. Der Imker hat ja nach wie vor nur 16 Völker - so wie die vergangenen 20 Jahre auch. Selbst wenn er sich zusätzliche Völker kaufen würde, wäre die Sache aus  meiner Sicht unseriös. Warum?
Die Honigbiene ist vom Aussterben NICHT bedroht. Solange es Imker gibt, wird es die Honigbiene geben. Sie hat also einen speziellen Schutz zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht nötig. Am Ende bezahlt man mit einer Patenschaft einem Hobbyimker in der Regel nur sein Hobby. Man rettet nichts.

Ihr tut sehr viel Gutes, wenn Ihr Euren Honig bei einem Imker in der Nachbarschaft kauft, oder etwa auf dem Wochenmarkt, wo es sicher auch immer einen oder mehrere regionale Imker geben wird. Damit sichert ihr dem Imker sein Überleben und somit auch seinen Bienen.

Informiert euch gut, überlegt gut, lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz - das sind unfassbar wichtige Themen. Und jeder sollte etwas tun, jeder KANN etwas tun. Aber setzt euch und euer Geld mit Bedacht und zielgerichtet für den Schutz der Arten und der Umwelt ein!

Eine gute Zeit! Eure Conny
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