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Upcycling - Reparatur - Perlenkunst

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Alles Artikel aus Perlen können aber neue Perlen beinhalten oder komplett aus nicht gebrauchten Perlen hergestellt sein. Meine große Leidenschaft, das Perlenfädeln, lässt sich nicht mit ausschließlich gebrauchten Perlen realisieren. Dazu kaufe ich fast ausschließlich Glasperlen namhafter Firmen wie Miyuki oder Toho.
 
Aber ich nehme gerne auch euren nicht mehr getragenen Schmuck, um ihn zu etwas Neuem zu verarbeiten.

Blog-News

Mai - Zeit der Bienenschwärme

Bienen schwärmen. Das ist ein normaler Vorgang und dient der Völkervermehrung. Dieser Vorgang ist von der Natur erdacht und er ist sinn- und wirkungsvoll. Aus verschiedenen Gründen ist es für mich aber sinnvoll, meine Völker nicht schwärmen zu lassen. Ein Grund ist, dass ein geschwächtes Volk zurückbleibt, das für die Honigernte in diesem Jahr nicht mehr zu gebrauchen ist. Ich führe diesen Grund als erstes auf, weil er für mich der unwichtigste ist. Ich bin auf die Honigernte nicht angewiesen und sie ist mir nicht das Wichtigste. Jeder der mich kennt weiß, dass ich meinen Bienen ohnehin einen großen Teil ihres Honigs selbst überlasse. Einfach weil es das ist, was die Natur für sie vorgesehen hat.
Der zweite Grund ist für mich gewichtiger: Ich lebe in einer Wohnsiedlung mit Familien und kleinen Kindern. Nicht jeder Mensch behält angesichts eines Bienenschwarms die Ruhe. Als Imkerin trage ich auch Verantwortung dafür, dass meine Bienen niemanden belästigen oder gar in Angst und Schrecken versetzen. Dabei sollte durchaus beachtet werden, dass sammelnde Honigbienen im Garten keinesfalls eine Belästigung darstellen. Sie gehören zum normalen Alltag. Kleinliche Angriffe nach dem Motto: "Jeder bringt Ungeziefer um und du hältst es in deinem Garten!" perlen von mir ab. Bei einem Schwarm habe ich aber durchaus Verständnis, dass man sich Sorgen um seine Kinder und Haustiere macht. Und letztlich auch um entstehende Schäden. Denn der Imker darf, um seinen Schwarm zu holen, fremde Grundstücke betreten. Zwar ist er verpflichtet, Schäden finanziell auszugleichen. Aber wie gleicht man z.B. ein Blumenbeet finanziell aus, das viele Jahre gebraucht hat, um zu der Pracht zu kommen und dann in wenigen Minuten kaputt getrampelt ist. Oder was bezahlt man für die Schäden an einem Baum, der viele Jahre dort gewachsen ist und dann für die Rettung des Schwarmes verstümmelt wurde? Es ist aus meiner Sicht einfach nicht möglich.

Auch ein weitere Sache hat für mich Gewicht: Wird der Schwarm nicht von mir oder einem anderen Imker gefangen, dann ist er eigentlich zum Tode verurteilt. Die Chance, dass er irgendwo einen Hohlraum findet, in den er einziehen kann, ist ganz klein. Und selbst wenn er eine findet, dann wird er zeitnah von der Varroamilbe umgebracht werden.

Für mich sind das die Hauptgründe für die sogenannte Schwarmverhinderung. Schwarmverhinderung ist ein großes Thema, das ich Laien hier sicher nicht im Detail vermitteln kann. Zur Schwarmverhinderung beobachtet man in erster Linie das Volk. Man achtet auf verschiedene Dinge, die da wären: Jahreszeit, Wetter, Volksstärke, Platzangebot und Beschäftigung der Bienen. Wenn man diese Dinge beobachtet, dann kann man schon recht genau sagen, wenn ein Volk zum Schwärmen neigen wird. Einiges davon kann der Imker beeinflussen. Ich kann viele der Bienen beschäftigen, indem ich ihnen rechtzeitig Arbeit gebe. Das Platzangebot kann ich auch anpassen. Andere nicht. Das Wetter ist einfach da. Wir können es nicht verhindern, einstellen oder sonstwie für uns passend machen. Starken Einfluss hat das Wetter auf die Flugbienen, die bei lang anhaltendem kalten und / oder regnerischem Wetter, um es mal vermenschlicht zu sagen, gelangweilt vor sich hin murren.

Während die Imkerin in der warmen Stube sitzt und Perlenschmuck fädelt oder Kleidung repariert und aufmotzt, bauen die gelangeweilten Bienen Weiselzellen, um darin eine junge Königin heranzuziehen. Sobald die Larve darin groß genug ist, dass die Zelle verdeckelt werden kann, ist es unumkehrbar: Die alte Königin wird mit einem Teil des Volkes ausziehen. Der Schwarm ist nicht mehr aufzuhalten.

Dieses Jahr ist ein perfektes Jahr für unaufhaltsame Schwärme. Der Beruf geht vor und so kann nicht jeder Hobbyimker ständig an einem der selten anfallenden warmen Tage seine Völker kontrollieren. Es gibt wirklich viele Schwärme. Bei mir nicht. Ich hatte zwei geplante Schwärme. Warum man Schwärme trotz einiger Gründe, die dagegen sprechen, fallen lässt, ist ein anderes Thema. Jedenfalls konnte ich durch die Beobachtung der Natur und der Bienen Schwärme bisher komplett verhindern. Andere hatten das Glück nicht. Und noch andere haben einfach keine Ahnung. Im Gespräch mit einem alten Imker zeigte sich dieser entsetzt. Er sagte wörtlich: ""Schwärme passieren jedem Imker mal. Aber was zur Zeit los ist, ist den Möchtegern-Imkern geschuldet, die glauben, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben!" Dem muss ich leider zustimmen.
Tatsächlich gibt es einen regelrechten Imkerboom hier in der Gegend. Viele der Neulinge haben gar keine Ahnung, oder aber ein derart mangelndes Wissen, das über rein technische Abläufe kaum hinaus geht. Einige Imker und Imkerinnen hatten kürzlich ein Zusammentreffen, um über die Plage, wie es einige nennen, zu sprechen. Die Quintessenz war eigentlich, dass es eine Prüfung geben müsse, in der Imker ihr Wissen unter Beweis stellen. Eine Art Sachkundenachweis. Das ist ein anderes Thema. Aber die Gründe für diese Forderungen liegen auf der Hand. Ich will es euch durch einige wenige der aufgeführten Beispiele die zur Sprache kamen, erklären:

Ein Imker der seine Bienenbeute (das ist die Behausung der Bienen) bei kaltem Wetter in die Garage stellt. ---->> Jede dieser Wanderungen bedeutet potentiellen Stress für die Tiere und es ist so sinnlos wie ein Kropf. Der normale Jahresablauf mit den gegebenen Witterungsverhältnissen ist völlig natürlich. Der Bien (so nennen alte Imker oft das Bienenvolk und drücken damit die Einheit des Ganzen aus) passt sich selbst an die Verhältnisse an. Er braucht keinen geschützten Raum. Im Gegenteil leidet er darunter.

Ein Imker der um den 20.März und bei vorrausgesagten winterlichen Temperaturen Ableger (Minivölkchen die aus Brutwaben und einigen Bienen bestehen) macht, "um den Druck aus den Völkern zu nehmen", um sich Wochen später darüber lustig zu machen, dass die Qual, die er den Bienen zugefügt hat, nur zu Scheiße geführt hat.  --->>  Ich lach immer noch. Denn kein Imker mit Verstand und Verantwortungsgefühl würde so etwas tun. Es war bitterkalt, Schnee war vorausgesagt und Temperaturen unter fünf Grad. Der Ableger, ein Minivölkchen, musste deshalb extrem um seine Existenz kämpfen. Das war sicher ein reiner Überlebenskampf und da ist nichts, was daran lustig wäre. Unabhängig davon ist es dumm. Es gibt kaum Drohnen um diese Zeit und die paar wenigen fliegen erst so ab etwa 23 Grad. Eine starke Königin mit guter Legeleistung ist damit auszuschließen. Die Ansage, dass man im März Druck aus einem Volk nehmen muss, ist dreifach dumm. Erstens kommt ein Bienenvolk im März erst richtig in die Gänge. Es war im Februar warm, deshalb waren die Völker in diesem Jahr etwas stärker als in den vergangenen Jahren. Zweitens impliziere ich jetzt mal, dass damit gemeint ist, den Schwarmdruck zu mindern. Wie kommt man bitte auf die Idee, in einem arschkalten März den Schwarmdruck für den Mai nehmen zu können? Und drittens: Ein versorgtes, gesundes Bienenvolk hat niemals Druck. Was für einen Druck soll ein Bienenvolk haben? Den Druck, sofern es überhaupt einen gibt, hat der Imker. Das Volk lebt einfach vor sich hin, macht was die Natur ihm vorgibt und achtet dabei wenig auf die Bedürfnisse des Imkers. Dieser Imker der diesen Mist verzapft hat, ist übrigens kein völliger Neuling. Er hat ein Jahr nach mit mit der Imkerei angefangen.

Ein Imker der nicht wusste, dass Bienen Futter brauchen. Das war im April, es war bitterkalt, und da halten die Bienen doch laut seiner Meinung eigentlich Winterschlaf. --->> Nö, Bienen halten überhaupt keinen Winterschlaf. Sie sind den ganzen Winter hellwach. Deshalb muss der Imker dafür Sorge tragen, dass das Volk ausreichend Futer zur Verfügung hat. Das muss er das ganze Jahr. Gibt es keinen Honig, muss der Imker füttern. Denn die Bienen verfallen auch nicht in Sommerstarre, wenn es kein Futter gibt.

Ein Imker der zwar den Honigraum aufgesetzt hat, aber die Futterwaben im Volk ließ. Wenige Tage später gab er von sich, die Bienen hätten schon fleißig Honig eingetragen. Was wegen des Wetters gar nicht denkbar war. --->> Die Bienen hatten einfach das im Volk belassene Futter umgetragen und das hätte der Jungimker, wenn es ein gutes Honigfrühjahr gewesen wäre, dann mitgeschleudert und den potentiellen Kunden dieses Zuckerpampe als Honig verkauft.

Ein Imker der überrascht war, dass er eine Königin im Volk hat. Dabei wollte er doch garnicht züchten. --->> Ohne Königin fliegt sich das Volk leer. Die wichtigste Aufgabe der Königin ist es, Eier zu legen und damit für ständig neue Bienen zu sorgen. Da Arbeiterbienen im Schnitt nur ca. 6 Wochen leben, ist das Volk sonst in einer recht übersichtlichen Zeit einfach weg. Ohne Königin kein Bienenvolk.

Ein Imker der im März behauptet hat, Völker in Sommerstärke ausgewintert zu haben. --->> Offensichtlich hat er noch nie vorher ein Volk in Sommerstärke gesehen. Oder er arbeitet mit der Deutschen Superman-Biene. Sselbstdarstellung ist immer etwas, das mir sauer aufstößt. In dem Fall richtet es aber keinen Schaden an. Es ist einfach nur eine deutliche Zurschaustellung von völliger Ahnungslosigkeit. 

Ein Imker der seinen Bienen jeden Tag einen Teelöffel Honig vom Supermarkt gibt. "Ach, da sind Sporen von Amerikanischen Faulbrut drin?" --->> Wenn die Bienen Futter brauchen, brauchen sie mehr als ein Löffelchen voll. Und wenn sie kein Futter brauchen, ist es eh nutzlos. Zusätzlichz kann Honig aus dem Supermarkt eine schlimme Seuche übertragen. Mehr dazu findet ihr im Artikel über offene Insektenfütterung. Ein Volk tagtäglich bei jedem Wetter zu öffnen, um ihnen ihr Löffelchen Honig zu geben, lässt mich nur fassungslos zurück.

Ein Imker der im April schrieb, die Honigräume seien so gut wie voll - und das bei einer Wettervorhersage, die jeden Imker eigentlich im Klaren darüber lässt, dass der  Honig gebraucht wird und dass das nichts darüber aussagt, wie viel Honig zur Erntezeit da ist. --->> Ich finde es immer besonders traurig, wenn ein Imker mir, wie in diesem Fall erzählt, dass er nur aus Liebe zur Natur imkern möchte und keinesfalls Honig entnehmen möchte. Und am Ende stellt sich heraus, dass die Gier doch übergroß ist. Das schadet den Bienen nicht. Lustig ist es aber trotzdem. Schadenfreude ist in dem Fall die schönste Freude.

Ein Imker der Mitte April Ableger gebildet hat, um das Schwärmen im Mai zu verhindern. Was natürlich nicht funktioniert hat. --->> Das Thema hatten wir schon bei dem Ablegern vom März. Es zeugt davon, dass Wissen über die Abläufe im Volk völlig fehlen und das imkerliche Können sich auf rein technische Abläufe begrenzt.

 

Bei Kursen mit Berufsimkern haben wir übrigens auch eines gelernt und so steht es auch auf der Lehrmappe: "Wer es schafft, dass seine Bienen den Winter überleben, ist noch lange kein guter Imker. Ein Imker der versteht, was im Volk passiert, ist ein guter Imker." All die oben gezeigten Fälle zeigen, dass es sich um Imker handelt, die entweder Wissen für unnötig halten. Oder aber, es sind Imker die sich von Leuten ihr "Wissen" holen, die selbst keines habe. Rein technische Abläufe wie das Bilden von Ablegern, die Varroabehandlung oder das Einwintern reichen nicht aus, siehe die Sätze meines Lehrmeisters.

Neben der mangelnden Zeit zu Kontrollen ist es also oft auch Unwissenheit, die zu der wahnsinnigen Masse an Schwärmen führt.  Heuer surrt es an jedem Sonnentag. Meine Bitte an euch ist deshalb: Wenn ihr imkern wollt, dann lernt. Lernt nicht bei Spinnern und Heilsbringern. Lernt bei Profis. Es gibt sehr gute, erfahrene Imker, die euch sicher gerne, so wie auch mir, ihr Wissen vermitteln. Lernt in Kursen bei Instituten oder in speziellen Schulen. Lernt bei Leuten, deren Wissen bekannt ist und lasst euch nicht von selbsternannten Könnern und anderen Selbstdarstellern Schrott unterjubeln. Und hört nie auf zu lernen.
Ich finde es regelrecht erschreckend, dass z.B. durch Stümper und Anfänger "Hilfe beim Einstieg" angeboten wird.
Wo Profis und Könner verhalten sind, bieten gerade Möchtegern-Imker, auch zwei Leute aus den Beispielen von oben, in meinem Umfeld Interessierten an, ihr Wissen an sie weiterzugeben. Ein regelrechter Krankheitskeim.

Um wieder das Thema und den Zusammenhang aufzugreifen: Schwärme kann man ganz oft verhindern. Einer der dafür nötigen Faktoren ist die Zeit für Kontrollen. Ein weiterer ist das Wissen um die Vorgänge und Abläufe im Bienenvolk. Allen anderen Faktoren müssen wir Imker uns fügen.

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