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Wie gefährlich sind Bienen?

Imkern ist das neue Yoga. Es ist in, es ist trendy. Aus dem Boden sprießen Bienenhalter ohne Ahnung und ohne Verantwortungsgefühl, wie Pilze. Ich verweise in dem Zusammenhang auf diesen Artikel.

Mit den verwantwortungslosen Imkern steigt auch die Angst vor Bienen in vielen Leuten. In vielen Gärten stehen Bienen, die eben nicht verantwortungsvoll gepflegt werden. So kam es am Samstag bei einem Vortrag im Anschluss zu der Frage, wie gefährlich Bienen denn eigentlich seien und ob es nicht besser sei, sie aufgrund des Trends zur Imkerei, in Wohnsiedlungen und in der Nähe von Wohnsiedlungen zu verbieten.

Insbesondere zwei Vorfälle aus dem laufenden Jahr kamen gehäuft zur Sprache. Einige der Personen erzählten aber auch erschreckende Vorfälle, die ihnen persönlich, oder aber Menschen aus dem Umfeld passiert ist.

Zum einen ging es darum, dass Anfang Juli ein älterer Herr Opfer einer Bienenattacke wurde. Tausende Bienen stürzten sich auf ihn und stachen in überall. Hier ein Bericht darüber. Der Fall ist deshalb so brisant, weil der Mann in Lebensgefahr schwebte, obwohl er nicht allergisch reagierte. Schuld war einfach die Masse der Stiche.

Nur wenig später musste ein Hobbyimker seine Bienenstöcke auf Geheiß der Stadtverwaltung umstellen, wie man HIER lesen kann. Die Stadt begründete dies mit der Gefahrensituation für Leib und Leben und außerdem damit, dass die Bienenstöcke angeblich dem Baurecht wideresprechen.

Lasst uns bitte zunächst diese beiden konkreten Fälle betrachten: Was im ersten Fall geschehen ist, kann wohl kein Mensch wirklich sagen. Es passiert sehr selten. Im Abstand von vielen Jahren liest man davon, dass ein Mensch offensichtlich zur falschen Zeit am falschen Ort war. In den sozialen Medien wurde behauptet, es habe sich bei den Angreifern um afrikanische Killerbienen gehandelt. Dem ist aber nicht so. Wie ich verschiedenen Berichten gelesen habe, waren es ganz "normale", auf Sanftmut gezüchtete Bienen. Wir wissen nicht, was in diesem Moment geschieht. Wir können nicht sagen, was ein Bienenvolk dazu bewegt, im Team einen Menschen oder auch ein Tier grundlos anzugreifen. Was zu Aggressionen bei einzelnen Bienen führen kann, wissen wir allerdings schon und darauf möchte ich später im Detail zurückkommen. Wenn es wie  hier einen Angriff von vielen Bienen gibt, dann kann man einfach nur sagen, dass das ein Phänomen ist, das auf diese Art und Weise so gut wie nie passiert.

 

Im Falle des Imkers, der seine Bienenstöcke entfernen muss, verweist die Stadt auf die Gefahr für Leib und Leben. Die Stadt schürt unsinnige Ängste. In meinem Garten befinden sich in diesem Jahr bereits seit vier Jahren Bienenstöcke. Noch nie hat sich ein Nachbar beschwert, kam es zu Angriffen oder Invasionen. Ich finde, dass Sachbearbeiter, die solche Sätze schreiben, dafür zur Verantwortung gezogen werden sollten. Denn dann würden nichtswissende Menschen sich vorher informieren und nicht einfach irgendwas schreiben, was sie sich selbst ausgedacht haben und was keinem Wissen entspricht. Das mangelnde Wissen ist aus meiner Sicht und aus Sicht anderer Imker aber gerade das Problem und das zeigen auch in aller Deutlichkeit oben genannte Erzählungen über Angriffe von Bienen.

Hobbyimkerei als das  neue Yoga fördert das Imkern ohne Hirn und Verstand, was durchaus zu hungrigen, vernachlässigten und somit aggressiven Bienen führen kann. Es gibt auch immer mehr Bienen, obwohl sie NICHT geschützt werden müssen und niemand mit einem Bienenvolk etwas für die Umwelt tut. Dieses gehäufte Auftreten von Bienenvölkern auf Balkonen und in Gärten, führt zu Ängsten bei den Anwohnern. Es ist ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt. Allen Leuten, die Bienen halten wollen, lege ich deshalb ans Herz, sich der Verantwortung bewusst zu sein und Kurse bei anständigen Vereinen zu besuchen.

Den Anwohnern, den Ängstlichen, den Unsicheren und Ratlosen, möchte ich etwas über Agressionen von Bienen erzählen und auch gleich ein paar Ratschläge zum eigenen Verhalten an die Hand geben. 

 

Bienen sind aus unsere Umwelt nicht wegzudenken. Als ich ein Kind war, hat niemand sich über die Gefährlichkeit von Bienen aufgeregt. Auch dasss wir regelmäßig gestochen wurden, weil wir barfuss und mit nackten Beinen über Blumenwiesen gelaufen sind, hat kein Aufsehen erregt. Heutzutage ist das Summen einer Biene oder Wespe für einige Menschen Auslöser von Panik und Hysterie. Wir sind der Natur entfremdet und dem ist natürlich auch falsches Verhalten geschuldet. So war es für mich wenig erstaunlich, dass Leute berichtet haben, sie hätten beim Anblick von mehreren Bienen in ihrem Balkonkasten panisch herumgeschlagen und gekreischt. Es ist auch ein Zeichen von Hysterie, wenn Bienen mittels Flammengeräten oder scharfem Wasserstrahl verjagt werden sollen.

 

Bienen sind überall wo es Blüten gibt und manchmal auch da, wo es Wasser gibt. Das ist normal. Sie sind Teil unserer Natur und Teil unserer Umwelt. Die Bienenstöcke in meinem Garten haben bis heute nicht dazu geführt, dass mein Mann, unsere Gäste, unsere Tiere oder ich selbst von den Bienen belästigt und angegriffen worden wäre. Die Bienen sind einfach da. Sie sitzen am Teich um Wasser  zu holen. Und sie fliegen natürlich von Blüte zu Blüte. So etwas ist Natur. Es ist kein Grund für Angst oder Aufregung.

Ich glaube, es ist ein wichtiger Schritt für ein gutes Miteinander, wenn man sich das vor Augen hält: Es ist normal, dass sich Bienen, Wespen, Hummeln und andere Insekten in unserem Umfeld aufhalten! 

Ich bin im Übrigen gegen Stiche dieser Tiere allergisch. Dennoch gibt es für mich keinen Grund, in Panik zu verfallen. Nur in Bedrohungssituationen werden diese Tiere in der Regel stechen!

Deshalb bleibt beim Anblick von solchen Tieren immer ruhig. Durch aggressives Wegscheuchen, Ansprühen mit dem Wasserschlauch oder durch offene Flammen, die ihr den Tieren entgegenhaltet, bedroht ihr sie und die Insekten werden versuchen, sich mit allem was ihr kleiner Körper hergibt, zu wehren.

Der Bericht einer Frau, die arbeitsunfähig wurde, nachdem sie von unzähligen Bienen gestochen wurde, macht  mich fassungslos. Er zeigt nämlich in aller Deutlichkeit, dass sie gesund wäre, hätte sie sich richtig verhalten. Aber sie wusste es nicht besser. Das ist die Tragödie. Was war geschehen? Ein Mann in der Nachbarschaft hat sich Bienen in den Garten gestellt und sie im ersten Jahr vorbildlich versorgt. Im zweiten Jahr war die Desinteresse dann schon größer. Im Mai schwärmte das Volk und sammelte sich im Garten der Nachbarin. Diese lag unter ihrem Apfelbaum in einem Liegestuhl und machte ein Nickerchen. Sie erwachte durch das Sausen und Brausen der Bienen. Schreiend und wild um sich schlagend rannte sie durch den Garten. Die Bienen fühlten sich zunehmend bedroht und begannen, die Frau zu stechen. Durch die immer größer werdende Panik fand die Frau nicht mehr den  Weg aus dem Garten. Sie schlug und wedelt immer mehr um sich. Sie kreischte und rannte, bis sie schließlich von beherzten Nachbarn aus dem Garten und weg von den Bienen gezogen wurde. Die Frau musste ins Krankenhaus. Sie war schwer traumatisiert und hat seitdem extreme Kreislaufschwankungen. Das Fatale: Wäre die Frau nach dem Erwachen einfach im Liegestuhl geblieben, hätte sie eines der imposantesten Erlebnisse eines Bienenvolkes erlebt und zwar völlig gefahrlos und ohne einen Stich. Genauso wäre es gewesen, wenn sie einfach ruhig aufgestanden und sich zurückgezogen hätte. Sie hat die Attacke der Bienen selbst verursacht, bedingt durch das Nichtwissen. Es ist wie so oft: Man muss sich richtig verhalten. Wenn ich im Auto fahre und nicht weiß, wie ich stehenbleiben kann, ist Autofahren sehr gefährlich. Wenn ich einem Hund begegne und ihn mit einem Stock schlage, weil ich denke, Angriff sei die beste Verteidigung, dann ist die Begegnung mti dem Hund sehr gefährlich, denn er wird sich wehren. Und das gilt auch für Bienen. Bienen sind oft nur so gefährlich, wie wir sie mit unserem eigenen Verhalten machen.

 

Deshalb gilt bei Attacken: ruhig bleiben, Mund geschlossen halten, nicht wedeln und herumschlagen, zügig aber ruhig weggehen.

Warum kommt es zu Attacken durch Bienen überhaupt?

In der Regel kann ich mich trotz der Bienenstöcke in meinem Garten dort einfach aufhalten, ohne von den Bienen behelligt zu werden. Dennoch gibt es Situationen, wo man von einer verstärkten Aggression der Bienen ausgehen kann.

 

Wenn es sehr schwülwarm ist, stelle ich mich deshalb nicht direkt vor den Bienenstock. Ich weiß, dass die Bienen sich dann eher von mir gestört fühlen. Ich gehe in dem Fall einfach einen etwas größeren Bogen um die Beute herum und so müssen wir uns nicht gegenseitig an die Nieren gehen.

 

Bei Bienenhäusern an Waldrändern oder sonstigen freistehenden Bienenbehausungen gilt auch: da muss man nicht direkt die Nase reinstecken. Man kann einfach dran vorbeigehen und die Bienen in Ruhe lassen. Achtet bitte auch auf eure Kinder. Wenn eine Frau zu mir kommt, weil ihr Kind mit einem Stock im Einflugloch der Bienenbehausung gebohrt hat und daraufhin gestochen worden ist, dann hat sie ihre Aufsichtspflicht verletzt. Solche Stechlust fördernden Situationen sind oft hausgemacht. Das muss man nicht provozieren.

 

Wenn in der Nähe eines Bienenstockes sich mehrere Personen aufhalten und eine wird speziell von Bienen angeflogen, dann kann man davon ausgehen, dass es am Geruch der Person liegt. Meine Bienen mögen mich nicht so gerne, wenn mein Haar gerade frisch gefärbt ist. Es kann aber genauso gut das Deo, das Parfüm, Shampoo oder sonstige Pflegemittel sein, das bei den Bienen eine Aggression hervorruft. Fliegen die Bienen dann ins Haar, verheddern sie sich auch noch und fangen in ihrer Panik zu stechen an. Falls also der Fall eintritt, dass man aggressiv immer wieder von einer oder mehreren Bienen angeflogen wird, dann geht man am besten einfach ruhig weg.

 

Meine Erfahrung ist, dass Bienen oft ein wenig Unwillen in sich tragen, wenn sie wenig Nektar finden. Im Spätsommer wird ihnen ihr letzter Honig geklaut und das macht nicht freundlich.

 

Ergo: Lasst Bienen in Ruhe, dann lassen sie euch fast immer auch in Ruhe. Wenn sie euch nicht in Ruhe lassen, geht ruhig weg. Damit reduziert man die Gefährlichkeit von Bienen auf ein absolutes Mindestmaß!

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Kommentare: 6
  • #1

    Aus der Nachbarschaft (Mittwoch, 07 August 2019)

    Ich find garnicht das Bienen ungefährlich ist. Allein Heuer haben in Marwang 6 Leute die ich kenn Bienen sich in den Garten gestellt wo man oft das Gefüll hat das die nicht wissen was die tun. Auch bei uns an der Grundstücksgrenze. Der hat mal Waben geholt und Seid den war der nicht mehr da. Die Bienen sind echt agro! Das geht so nicht weiter.

  • #2

    Loomie (Mittwoch, 07 August 2019 09:28)

    So viel ist gefährlich wegen dem eigenen Verhalten

  • #3

    Rita (Mittwoch, 07 August 2019 17:13)

    Wie du richtig schreibst: Früher waren wir immer und überall mit diesen "gefährlichen" Tieren in Kontakt. Überall Blumenwiesen, überall Bienen und Wespen. Ganz normal. Heute bekommen die Leute einen Anfall, wenn mal mehr als drei Bienen in ihrem Garten sind. Die Menschheit krankt immer mehr. Anderseits dieser Trend zur Imkerei und immer mehr Bienenvölker, die in Nahrungskonkurrenz zu den wirklich schützenswerten Insekten stehen. Wie dumm muss man sein. Selbstdarstellung die als Naturschutz getarnt ist. Und diese selbsternannten Weltretter, die die Wildimkerei fördern, gehören an forderster Front an den Pranger gestellt!

  • #4

    Katha (Freitag, 09 August 2019 01:27)

    Das Team dankt! :-p Dickes Bussia

  • #5

    Holger (Samstag, 17 August 2019 20:15)

    Neben uns wohnt ein Imker der hat so piemaldaumen 10 Bienenvölker an der Grundstücksgrenze. Das war schon seid wir hier wohnen. Da war nie ein Problem. Auch mit den Kindern 4 und 7 nicht. Als mal ein Schwarm gekommen ist, haben wir uns auf die Terasse gesetzt und zugeschaut. War echt cool

  • #6

    Blmbr (Montag, 19 August 2019 11:06)

    HAHA du weißt wohl überhaupt nicht was in Grabenstätt los ist. Imkervirus dank Imkerdeppen und überall entnervte Leute. Ökösystem unterstützen heist man das heute. Ich werd Anzeige erstatten