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Der Bienenstich

Eigentlich klingt es ja lecker. Ich liebe diese supertolle, fluffige Leckerei, mit den Mandelplättchen aussen und dieser unfassbar sahnigen Creme im Herzen.
Aber um diese süße Sünde geht es heute nicht. Wir reden jetzt mal darüber, was man machen kann, wenn einen eine Biene - oder wahlweise Mücke, Wespe, Hornisse - gestochen hat, wenn es also zum Bienenstich kam.

Ich bin allergisch. Hier habe ich ein wundervolles Foto, das mich wenige Stunden nach einem Stich zwischen die Schulterblätter zeigt.

Es ist für mich als Allergiker in gewisser Hinsicht tröstlich, dass ich nach einem Stich nicht gleich atemlos zusammenbreche. Es dauert mehrere Stunden, bis ich keine Luft mehr bekomme. Bis dahin ist mein Körper weitgehendest angeschwollen. Das Schöne daran: Ich bin in diesem Zustand so gut wie faltenfrei. Die schlechte Nachricht ist: mangels ausreichend Haut für so einen Zustand tut jede Bewegung weh. Und sehen tu ich auch nicht mehr besonders viel. Als Imkerin bin ich deshalb immer auf ganz besonderen Schutz am Bienenstand bedacht und gehe nur mit Ganzkörperanzug, Schleier und Handschuhen an die Völker. Trotzdem passiert es schon mal, dass ich gestochen werde. Nicht nur als Imkerin, sondern auch wenn ich barfuß über die Wiese gehe oder, wie in diesem Fall, wenn sich eine Biene irgendwie in die Bluse verirrt und dann panisch zusticht.


Die meisten Leute werden, wenn sie von einem Insekt gestochen werden, den Stich kühlen. Manche legen eine Zwiebelhälft auf die Stelle oder benutzen eine kühlende Salbe gegen die Schwellung.  Alles hat die gleiche Konsequenz: Die Haut wird stärker durchblutet, wodurch das Gift schneller und gleichmäßiger verteilt wird. Die Zwiebel mit ihren ätherischen Ölen und die Salbe verhindern starkes Jucken. Dass Zucker oder Salz, auf die Stichstelle gestreut, das Gift "heraussaugt", ist Humbug. Was also kann man tun? Ich habe früher gekühlt, was das Zeug hält und es ist tatsächlich so, dass das wohl eine der sinnvollsten Maßnahmen ist, wenn es zu einer örtlichen Schwellung gekommen ist. Als Akutmaßnahme zeitnah nach dem Stich, und das hat mir mein Arzt verraten, ist aber erstaunlicherweise Hitze die bessere Wahl. Hitze durchblutet zwar die Haut ebenso wie Kälte. Und trotzdem:

Wenn man die Stichstelle heiß macht, so heiß man es eben ertragen kann, dann ist alles gut. Trotz meiner Allergie schwelle ich nicht bis kaum an. Seit ich dieses Wissen habe, habe ich keine Antihistamine und kein Cortison mehr benötigt. Werde ich gestochen, erhitze ich den Stich schnell und alles ist weitgehendst gut. Das funktioniert deshalb, weil das Gift der stechenden Insekten eine Eiweißverbindung ist, die bei Hitze einfach ausflockt und damit zerstört ist.

Und woher kommt die Hitze? Bei mir kommt sie vom Bite Away, den ich immer bei mir trage. Der Bite Away hat eine keramische Heizplatte, die sich auf etwas über 50 Grad erhitzt. Werde ich gestochen, drücke ich die Platte mehrfach auf und um die Stichstelle. Erfahrungsgemäß ist die Wirkung deutlicher, als wenn man das Gerät nur einmal anwendet. An Stellen, an der die Haut dünn ist, hat man das Gefühl, dass man die Hitze nicht ertragen kann und dass man sicher eine Brandblase kriegen wird. Aber man kann die Hitze ertragen und ich hatte nie eine Brandblase.

Wenn man keinen Bite Away hat, kann man sich auch anderweitig helfen. Als mich im vergangenen Herbst ein Volk überfallsartig auf mich gestürzt und vor allem meine Beine unfassbar oft gestochen hat, da bin ich einfach unter die Dusche gegangen. So viele Stiche hätte ich mit dem Bite Away wohl in 20 Stunden nicht behandeln können, also habe ich geduscht. So heiß wie ich es ertragen habe und so lang, wie ich es ertragen habe. Ich hatte am Ende tatsächlich nur noch einige wenig juckende, rote Punkte. Keinerlei Schwellungen waren übrig geblieben.

Möglich ist es auch, Wasser zu kochen und zwei Teelöffel hinein zu stellen. Die Teelöffel nutzt man dann abwechselnd, um sie auf die Haut zu drücken.

Kinder so zu behandeln ist ausgesprochen schwierig. Sie halten Hitze deutlich schlechter aus.  Nichtdestotrotz hat der Bite Away eine Einstellung für Kinder, die weniger heiß ist und nur drei Sekunden die Hitze hält. Ob die Wirkung ausreichend ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht lasst ihr es mich wissen.

ALSO... Lange Rede, kurzer Sinn: Frische Insektenstiche nicht kühlen, sondern heiß machen. Tolle Sache. Die Schwellung wird geringer ausfallen, oder ganz ausbleiben. Und auch der Juckreiz wird deutlich schwächer ausgeprägt sein.
Eine Freundin hat mir vergangenes Jahr erzählt, sie sei von oben bis unten vom Mückern zerstochen worden, als sie einen Abendspaziergang am Tüttensee gemacht hat. Zuhause habe sie sich an meinen Rat mit der Hitze erinnert und sofort sehr heiß ihre hauptsächlich betroffenen Beine mehrere Minuten geduscht. Ihre Beinen seien danach feuerrot gewesen, aber nach dem Abkühlen habe nichts mehr gejuckt.

Kommentare: 4
  • #4

    Morli (Freitag, 24 April 2020 01:28)

    Eiei sieht das schmerzhaft aus

  • #3

    Rita (Dienstag, 07 Mai 2019 21:10)

    Gütiger Himmel! Bist das du???

  • #2

    Martina Hagenau (Donnerstag, 14 Februar 2019 11:24)

    Auf Hitze wär ich nie gekommen, hab ich auch nie wo gelesen gibt es eine Quellenangabe?

  • #1

    H.H. (Mittwoch, 12 September 2018 20:55)

    Gut zu wissen! Ist mir völlig neu. Logischer Weise hab ich gemeint Stich aussaugen und Stich kühlen.